Jungpfadfinderstufe

Pfadfinderisches Leben in der Jungpfadfinderstufe

Lebenswirklichkeit

Die Jungpfadfinder und die Jungpfadfinderinnen sind stark geprägt durch die sich selbst entwickelnden Persönlichkeiten. Eine große Herausforderung ist hierbei die Pubertät mit den Veränderungen des Körpers und der Gefühle, dem Entdecken von bisher Unbekannten und dem Hin- und Hergerissensein zwischen Kind sein und Erwachsen werden. Sie werden von ihrem Umfeld und Eindrücke (Eltern, Schule, Erfahrungen der ersten Liebe, Situation zu Hause, Ansprüche des Umfeldes und Eindrücke der Medien) stark gefordert. Alle bisher vermittelten Werte werden in Frage gestellt und ihre eigenen Werte weiterentwickelt. Eine große Rolle hierbei spielt die Freundschaft und Anerkennung in einer Gruppe. Der Jungpfadfindertrupp ist ein Rückzugsort vom Alltag, in dem man sich in einem geschützten Raum austauschen kann.

Ziel

Jungpfadfinder und Jungpfadfinderinnen werden zu starken, eigenständigen Persönlichkeiten. Der Leiter/ die Leiterin müssen ihrem Trupp Unterstützung geben, ihre Bedürfnisse zu kennen, benennen sowie vertreten zu lernen. Die Jugendliche können so lernen selbstbestimmt und reflektiert zu handeln. Die kritische Auseinandersetzung fördert und fordert Offenheit gegenüber anderen. Der Jungpfadfindertrupp ist ein Ort der Sicherheit und des Vertrauens. Durch gemeinsames Handeln erfahren die Mitglieder, dass mehr erreicht werden kann. Eine regelmäßige Reflexion und das Nachdenken über die Gruppe ermöglicht neue Erfahrungen weiter zu entwickeln.

Inhalte

  • VERANTWORTUNG GEGENÜBER SICH SELBST
    Jungpfadfinder und Jungpfadfinderinnen gehen achtsam mit sich selbst um, entwickeln Selbstvertrauen und Körperbewusstsein. Sie suchen nach eigenen Werten für ihr Handeln. Der Trupp macht Mut, zu sich selbst zu stehen. Durch die Entfaltung ihrer Persönlichkeit nehmen sie ihre Rolle in der Gesellschaft und vor allem im Trupp wahr.

 

  • VERANTWORTUNG GEGENÜBER DER GESELLSCHAFT

Im Trupp lernen die Mädchen und Jungen sich, durch die Auseinandersetzung mit den eigenen Interessen und der Interessen der Gruppe, ihre eigene Meinung zu bilden sowie sich auf andere Meinungen einzulassen, zu verstehen und zu hinterfragen. Es wird Verantwortung für die Gesellschaft übernommen und diese in kleinen Schritten zum Besseren verändert. Des weiteren kann das Ausprobieren von neuen Rollen im Jungpfadfindertrupp gefördert werden. Mit einfachen Mitteln erfahren die Jungpfadfinder und Jungpfadfinderinnen wie das Leben in der Gemeinschaft gefördert werden kann. Sie lernen, gleichberechtigt in der Gruppe, aber auch gegenüber der Gesellschaft, zu handeln.

 

  • VERANTWORTUNG GEGENÜBER GOTT
    Die bewusste Auseinandersetzung mit den Formen des christlichen Glaubens ermöglicht eine Entscheidung für ihren Glauben. Spirituelle Erfahrungen im Trupp begünstigen das Kennenlernen eines gelebten Glaubens, jedoch ist zu beachten, dass Glaube nicht verordnet werden kann. Dies führt ansonsten zur Verweigerung.

 

Methoden

  • Projektmethode
    –> mit der Entwicklung zu selbstbestimmten Handeln weichen vorbereitete Anteile und der Trupp übernimmt zunehmend die Führung
  • Abenteuer
    –> ermöglicht die Entwicklung des Einzelnen, indem nachhaltige Erfahrungen während Fahrten wie Hikes und Lager sowie bei der Herausforderung des Lebens selbst gemacht werden
  • Sippe und Trupp
    –> in der Sippe und im Trupp können sich die Jugendlichen ausprobieren –> die Sippe bietet einen vertrauten Raum und ermutigt zur Entfaltung der Persönlichkeit und bietet die Möglichkeit, sich auszuprobieren
  • Gemischt und gleichgeschlechtliche Gruppenarbeit
    –> Jungpfadfinder und Jungpfadfinderinnen erleben und erlernen den partnerschaftlichen Umgang miteinander, ebenso können sie sich in gleichgeschlechtlichen Gruppen austauschen, ohne sich blamieren zu müssen, so dass Veränderungen der Pubertät in diesem Rahmen besser thematisiert werden
  • Versprechen
    –> Im Vordergrund steht die bewusste Entscheidung für selbstbestimmte Ziele, gleichzeitig werden Grundsätze der DPSG und des Trupps bejaht

 

Leistungsverständnis

  • Mut machen Ziele zu setzen, sie zu erreichen, Freiräume für Abenteuer schaffen, ohne den Weg der Gruppe bzw. der Einzelnen zu bestimmen Erlebnisse fördern –> Programm des Trupps soll nicht durch oberflächigen Aktionismus geprägt sein
  • Hilfe zur Rollenfindung –> sensibel sein für Bedürfnisse und Interessen jedes einzelnen und darauf achten, dass sie gleichermaßen in ihrem Leitungshandeln Berücksichtigung finden
  • Orientierung geben –> als Vorbild sich den eigenen Werten, des eigenen Glaubens und der eigenen Geschlechteridentität bewusst sein und diese im Trupp leben
  • Persönliche Entwicklung –> Leiter befinden sich selbst in ihrer Entwicklung ihrer Persönlichkeit und Kompetenzen und sind bereit, sich aus- und weiterzubilden

 

Abenteuertext bzw. Orientierung der Jungpfadfinderstufe

  • ABENTEUER Leben – finde dich selbst
    –> Der Leiter zeigt Einfühlungsvermögen, um den Jupfis zu ermöglichen eigenständige Persönlichkeiten mit all ihren Schwächen und Stärken entwickeln zu können und somit ihre Rolle finden.

 

  • ABENTEUER Gesellschaft – misch dich ein
    –> Der Leiter nimmt Bezug zur Gesellschaft, so dass die Jupfis durch ihr Handeln in der Gesellschaft die Augen offen halten und kleine Veränderungen im Kleinen und Großen erreichen.

 

  • ABENTEUER Glaube – geh den Dingen auf den Grundsätze
    –> Spiritualität brauch einen festen Platz im Trupp. Es wird ein Rahmen zum erlebten Glauben abgesteckt, so dass die Jupfis ihre Wertvorstellung des Glaubens entwickeln können.

 

  • ABENTEUER Trupp – ergreif die Chance

    –> Der Trupp wird zu einem gemeinsam reflektierten Handeln animiert, so dass jeder einzelne sich eine Meinung bildet sowie Meinungen der anderen akzeptiert.

 

  • ABENTEUER Junge und Mädchen – sei du selbst
    –> gleichgeschlechtlichen Gruppen tauschen die Jupfis sich aus, ohne Angst zu haben sich zu blamieren. Gleichzeitig erlernen und erleben die Jupfis einen partnerschaftlichen Umgang zwischen Mädchen und Jungen.

 

  • ABENTEUER Freiheit – lass es krachen
    –> Durch das gemeinsame Ausprobieren im Trupp steigern und erleben die Jupfis ihr Selbstwertgefühl als Gruppe, was sie als Gruppe erreichen können.

 

  • ABENTEUER leben – wag den Schritt
    –> Durch einfache Mittel erfahren die Jupfis Außergewöhnliches. Im Trupp erleben sie, dass jeder sich auf den anderen verlassen kann.