Roverstufe

Roverstufe von 16 bis 20

Jugendliche ab 16 Jahren können Rover werden. Die Zugehörigkeit zur Roverstufe endet mit 20 Jahren.

Die Roverrunde

Das Leben der Rover im Stamm findet in der Runde statt. Eine Roverrunde besteht in der Regel aus 7 bis 12 Rovern. Bei einer größeren Anzahl von Rovern ist es sinnvoll, mehrere eigenständige Runden zu bilden.
Die Roverrunde kann für ihre Mitglieder zu einem intensiven Freundeskreis werden, der seinen eigenen Stil und seine eigene Kultur entwickelt – dies gilt für alle Gruppenphasen: von der Aufnahme über das Arbeiten und Feiern bis hin zur Verabschiedung.

Kleingruppen

Bei Projekten oder besonderen Aktionen bilden einzelne Mitglieder der Runde aufgabenorientierte Kleingruppen.

Das Versprechen

Im Versprechen erklären Rover die Ziele ihrer pfadfinderischen Tätigkeit gegenüber sich selbst und gegenüber ihrer Runde. Damit bejahen sie ihre Ãœbereinstimmung mit den Zielen der Runde und des Verbandes sowie ihre Zugehörigkeit zur internationalen Gemeinschaft der Pfadfinderbewegung. Durch das Versprechen entsteht eine wechselseitige Verantwortung, die sich unter anderem durch ein hohes Maß an Vertrauen sowohl des Einzelnen gegenüber der Gemeinschaft als auch der Gemeinschaft gegenüber dem Einzelnen ausdrückt.

Die Rundensprecher

Die Roverrunde kann Rundensprecher wählen, die Meinungen und Ideen der Runde nach außen hin vertreten.
Diese Sprecher ersetzen in keinem Fall die Roverleiter.

Rover sind keine Leiter

Bei der Entscheidung, selbst eine Leitungsfunktion zu übernehmen, erhalten Rover Unterstützung durch die Roverleiter und die Stammesleitung.
Rover können aber nicht gleichzeitig Leiter sein.
Rover, die Leiter werden, scheiden aus der Roverrunde aus.
Rover haben ein Recht auf ihr Rover-Sein – vier Jahre Leben in der Roverstufe sollten nicht unbedacht verschenkt werden.

Das Leitungsteam

Jede Roverrunde hat mindestens einen Leiter. Im Idealfall bilden ein Mann und eine Frau das Leitungsteam.
Leiter in der Roverstufe sind mindestens 22 Jahre alt und werden von der Roverrunde gewählt: Diese sucht sie zusammen mit den Verantwortlichen des Stammes
aus und entscheidet sich bewusst für sie.

Die Roverleiter

Die Roverrunde ist bestrebt, sich zunehmend selbst zu organisieren und ihr Gruppenprogramm selbst zu bestimmen.
Die Aufgabe der Leiter bei diesem Prozess ist es, die Gruppe aktiv zu unterstützen und zu motivieren sowie sie vor Eingriffen von außen zu schützen. Also haben Leiter in der Roverstufe fünf Hauptaufgaben:

  • Sie schaffen Gruppenstrukturen, indem sie das Wir – Gefühl stärken, auf Einzelne zugehen und die Entwicklung der Gruppenkultur fördern.

 

  • Sie zeigen echtes Interesse an den einzelnen Gruppenmitgliedern und Sie zeigen echtes Interesse an den einzelnen Gruppenmitgliedern und

 

  • Sie verhelfen der Roverrunde zum Handeln, indem sie aufmerksam das Geschehen und die Gespräche in der Gruppe verfolgen, Themen und Initiativen einzelner Rover verstärken oder indem sie – bei Bedarf – auch selbst Themen oder Methoden einbringen.

 

  • Sie stärken den Zusammenhalt der Runde, indem sie Einzelne oder kleine Gruppen ermutigen, ihre Ideen umzusetzen, und indem sie dabei darauf achten, dass diese unterschiedlichen Aktivitäten immer wieder in der ganzen Roverrunde zusammenlaufen oder darüber berichtet wird.

 

  • Sie müssen schließlich in der Lage sein, sich langsam und gefühlvoll zurückzuziehen, aber weiter für Anfragen zur Verfügung zu stehen, den Gruppenprozess aus einer gewissen Distanz weiter zu beobachten – und im Bedarfsfall wieder voll in die Runde einzusteigen!

Um diesen Aufgaben gerecht zu werden, müssen sich Roverleiter eine große Bandbreite an Kompetenzen aneignen, vom Durchstrukturieren der Gruppenstunden bis zum völligen In-den-Hintergrund-Treten. Dazu sind interessante erwachsene Menschen nötig, die über Erfahrung und Persönlichkeit verfügen, sich über ihre Rolle als Vorbild bewusst sind, aber auch Bereitschaft zur Aus- und Weiterbildung zeigen.
Zur Entwicklung ihrer Kompetenzen und Identität bietet ihnen die DPSG geeignete Ausbildungsveranstaltungen auf allen Ebenen an. Hier und bei der Leitung der Roverrunden ergeben sich für sie viele Gewinn bringende Erfahrungen mit der Chance, etwas für das eigene Leben mitzunehmen.

Unterwegssein

Rover sind unterwegs – nicht nur unterwegs zu verschiedenen Orten, sondern auch unterwegs vom Jugendlichen zum Erwachsenen und unterwegs zu sich selbst.
Das spiegelt sich wider in den folgenden sieben Punkten, die das Leben in der Roverstufe ausmachen:

berover

Die Roverzeit ist eine einzigartige und wichtige Zeit – sie kommt nie wieder. Durch Roveraktionen lernen Rover sich selbst besser kennen, können vielerlei ausprobieren, ihre Grenzen erfahren und mit der Runde über sich selbst hinauswachsen. Diese vier Jahre stecken daher voller Chancen und Möglichkeiten. Es gilt sie zu nutzen und zu genießen.

roverspirit

Für Rover ist die Frage nach dem Sinn des Lebens topaktuell. Sie verknüpfen damit die Suche nach ihrer Form von Spiritualität. Sie gestalten ihren Glauben aus eigenen Kräften und nehmen dabei andere Konfessionen, Religionen sowie philosophische Lebensentwürfe als anregend und bereichernd wahr. Dabei akzeptieren Rover durch ihre Mitgliedschaft die DPSG als katholischen Verband und setzen sich kritisch mit der Kirche auseinander

futurover

16- bis 20-Jährige müssen sich mit den Fragen nach Erwerbsarbeit, beruflicher Zukunft und Ausbildung auseinander setzen. Dabei taucht auch für Rover die Frage nach der weiteren Lebensgestaltung auf, sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich. Sie haben in der Roverrunde die Gelegenheit, sich in dieser Frage mit Menschen in der gleichen Situation oder solchen, die diese Situation schon hinter sich haben, auseinander zusetzen. Darüber hinaus bieten auch der Verband und die internationale Pfadfinderbewegung Möglichkeiten zum Erwerb von Schlüsselqualifikationen und zur Orientierung auf dem persönlichen Lebensweg.

interover

Internationale Begegnungen bieten jungen Menschen die Chance, Erfahrungen zu machen, die ihr Leben prägen. Sie lernen handlungsorientiert ungewohnte und fremde Lebenswege, Berufsmöglichkeiten, Mentalitäten usw. kennen; die Bandbreite ihrer Denkstrukturen und Möglichkeiten erweitert sich gewaltig. Rover lernen, mit unserer Welt verantwortlich umzugehen, die Erde global mitzugestalten und Frieden zu leben (nicht nur darüber zu reden). Internationale Begegnungen sind eine der längsten Traditionen und eine der größten Chancen der Pfadfinderbewegung. Die Roverstufe ist durch ihre größeren Mobilitätsmöglichkeiten und den altersgemäßen Ablöseprozess die ideale Stufe für internationale Begegnungen – ob im In- oder im Ausland.
Hier lernen Rover intensiv und selbstverantwortlich ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln und ihren Lebensweg zu gestalten, das heißt, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.

rovermission

In der Roverrunde haben die Rover die Möglichkeit, quer zu denken, ihre Vorstellungen von einer idealen Welt zu thematisieren und weiterzuspinnen. Fragen nach Gültigkeit, Mängeln und Veränderung von Werten, Normen, Rollenverständnissen, Lebensentwürfen usw. spielen dabei eine große Rolle. Daraus entstehen Ideen für Zukunftsbilder, Entwürfe für menschenwürdigeres Leben, Frieden und Chancengleichheit in der Welt und vor Ort sowie Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen.
Dazu ist es hilfreich, öfter mal den Gruppenraum zu verlassen und die Umgebung zu erkunden. Rover dürfen es sich erlauben – auch ungefragt, einseitig und zugespitzt – das zu sagen, was sie denken und was sich andere vielleicht nicht trauen. Zunehmend lernen sie, ihren eigenen Standpunkt zu entwickeln und konstruktiv zu vertreten.

roverpower

Rover ermuntern sich gegenseitig, für ihre idealen Lebensvorstellungen oder gegen Ungerechtigkeiten einzutreten.
Dabei suchen sie sich ihre eigenen Formen von gesellschaftlichem Engagement, die sehr vielfältig sein können. Gemeinsam ist diesen, dass sie lust- und ergebnisorientiert sein dürfen. Ausgehend von eigenen Interessen und Bezügen bzw. ihrer Selbstverwirklichung mischen sich Rover als Gruppe in Bereiche ein, in die sie sich allein nicht wagen würden. Zum gemeinsamen Anpacken bietet sich gerade die Projektmethode als geeignete Handlungsform an. Bei ihrer Form von gesellschaftlichem und politischem Engagement erwerben Rover Kompetenzen, die sie auch nach ihrer Roverzeit nutzen können.

roverkult

Rover haben Spaß und genießen mit allen Sinnen.
Das Leben in der Runde ermöglicht ihnen den reflektierten Umgang mit Themen wie Partnerschaft, Sexualität, Alkohol, Drogen usw. Sie begreifen ihren Körper ganzheitlich als aktiven und schützenswerten Teil ihrer Persönlichkeit: Geist und Körper werden in Bewegung gebracht. Sie sind unterwegs – auch mit körperlicher Anstrengung. Roverrunden entwickeln nicht nur dabei eigene Formen von Stil und Kultur, sondern auch beim gemeinsamen Spielen, Essen, Feiern und im Umgang miteinander.

Das Leben in der Roverstufe

Grundsätzlich haben also die Roverrunden unbegrenzte Möglichkeiten, ihr Gruppenleben zunehmend selbstverantwortlich zu gestalten. Auf jeden Fall soll jeder Rover während seiner vierjährigen Roverzeit

  • mindestens eine internationale Begegnung machen;

 

  • sich wenigstens einmal bei einem gesellschaftlichen Projekt engagieren;

 

  • sich Gedanken über seine eigene Zukunftsgestaltung und seine Lebensziele machen;

 

  • sich mit seiner Spiritualität auseinander setzen;

 

  • begreifen, dass sowohl ein beweglicher Geist als auch ein aktiver Körper untrennbare Bestandteile seiner Persönlichkeit sind;

 

  • sein Handeln an den Grundlagen der Pfadfinderbewegung orientieren.